Wohnbebauung Hiligenwöhren

Ort: Hannover
Bauherr: LH Hannover, Gundlach Bau- und Immobilien GmbH&Co KG

 

Leistungsphasen: Wettbewerb
Fertigstellung: 2015
BGF: – 
BRI: –

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kooperativer nicht öffentlicher Planungswettbewerb Wohnquartier Hilligenwöhren – 3. Preis

Ausbildung transitorischer Zonen – Vernetzung

Als soziokultureller Aspekt spielt die Vernetzung öffentlicher, halböffentlicher und privater Zonen – die Beziehung der Baukörper zu ihrem Umfeld eine wichtige Rolle zur Identität mit dem Quartier. Dabei war die Maßgabe die Zonen zu vernetzen, miteinander in Verbindung zu setzen um Kommunikation und Lebendigkeit stärken. Die Reihung der Baukörper von Süd nach Nord wird Überlagert mit halböffentlichen Wegeverbindungen die von der landschaftlich geprägten Waldkante zwischen den Häusern zur gestalteten Grünzone des Boulevards führen. Hier wird bewusst von einer Segregation Abstand genommen, da die Nutzung des Boulevards für das gesamte neu entstehende Quartier angestrebt wird.

Um eine besser Vernetzung zu gewährleisten und die Massivität der Bebauung am Boulevard aufzubrechen werden Einschnitte an den nordöstlichen Ecken der Baukörper vorgenommen. Im Zuge der Wechselwirkung nachhaltiger Planungsparameter werden diese Einschnitte bewusst an den schlecht belichteten Zonen des städtebaulichen Masterplans vorgenommen. So kann eine bis zu 6,5% bessere Tageslichtausnutzung erreicht werden.

Hierdurch wird wiederum die Kompaktheit der Baukörper verschlechtert, weshalb nach Analyse der möglichst kompaktesten Bebauung innerhalb der Baufenster das Gebäude D angepasst wird und als möglichst wirtschaftlicher Würfel ausgeführt wird, der jedoch seine Schlankheit zur Waldkante beibehält. Auf diese Weise kann sowohl die Tageslichtausnutzung des gesamten Quartiers optimiert, sowie die Wirtschaftlichkeit und die Kosten im Lebenszyklus durch eine verbesserte Kompaktheit im Vergleich zum Referenzgebäude erzielt werden.

Fassade:

Die Primärkonstruktion der Gebäude aus monolithischem Mauerwerk wird ergänzt durch leicht austauschbare Fassadenelemente, welche ein niedriges gewichtetes Abfallsaufkommen sowie eine hohe Recyclingfähigkeit aufweisen. Im Lebenszyklus des Gebäudes, z.B. mit der Entwicklung neuer Glasarten usw. lassen sich diese Elemente neuen Standards anpassen. Einen weiteren Layer bildet die Verglasung welche mit verschiedenen Öffnungsanteilen nach Himmelrichtungen ausgebildet wird. Die Südfassade weißt einen Anteil von 42% auf.

Den Übergang zum Außenraum bildet eine Sekundärstruktur, die als leichte Stahlkonstruktion Innen und Außen vernetzt und so einen Übergang von innen nach außen bildet. Diese besteht aus vorgeständerten, thermisch somit getrennten Elementen, welche zum Teil als Balkon sowie zum Teil als Verschattungselement ausgebildet sind.

Eine Filterwirkung in dieser Zwischenebene entsteht durch vertikale, geschosshohe Holzlamellen welche als Sichtschutz an der Außenkante angebracht werden. Ergänzt wird die Zwischenzone durch belüftete Abstellmöglichkeiten die jedem Balkon zugeordnet werden und die ebenfalls als Holzlamellen oder Faserzementplatten bestehen. Die versetzte Anordnung dieser funktionalen Elemente führt gleichsam zur einer Fassadengestaltung in der Sicht wechselseitig geschlossene, halbgeschlossene und offene Bereiche abwechseln. Es entsteht ein freundliches, abwechslungsreiches Fassadenspiel welches die Rasterung und Durchgängigkeit der Fensteröffnungen der Rückfassade aufgreift und transformiert. Die Verschattung ist darauf ausgelegt den thermischen Komfort im Sommer zu gewährleisten sowie im Winter solare Wärmegewinne zu optimieren.

Ökologie/Energie:

Das Energiekonzept des Quartiers setzt auf eine nachhaltige, ressourcensparende Bauweise. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf konstruktiven „low tech“ – Maßnahmen. Dabei spielt das A/V Verhältnis der Gebäude eine entscheidende Rolle. Alle Baukörper werden als möglichst kompakte Formen ausgebildet und verfügen damit über eine möglichst geringe Größe an wärmetauschender Fläche. Die Fensterflächen werden je nach Ausrichtung verkleinert und vergrößert, um eine optimale Ausnutzung der solaren Wärmegewinne zu erwirtschaften ohne dabei zu überhitzen. Als Wärmequelle für das Gebäude wird gem. Vorgabe ein Fernwärmeanschluss ausgeführt. Der Haushaltsstrom kann durch Photovoltaik auf der angrenzenden Parkpalette unterstützt werden.

Die Dächer der Baukörper werden als Gründächer ausgeführt und speichern Niederschlag, puffern die Höchstspitzen. Verdunstung bei Sonnenschein wirkt als natürliche Kühlung und verbessert das sommerliche Mikroklima.

Bei der Wahl der Baustoffe wird auf Material mit niedrigem Energieprimärenergiegehalt sowie auf ein niedriges gewichtetes Abfallaufkommen wert gelegt. In den Holzständerwänden werden Hanfdämmplatten verwendet. Die Dämmung der Dachflächen erfolgt mit einer Korkdämmung.